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	<title>Weihnachten | Therapie Panikattacken, Angststörung, Phobie</title>
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	<description>Therapie (Online) Angststörungen, Panikattacken, Phobien, Agoraphobie, generalisierte Angststörung, Zwangsstörung</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Dec 2020 07:30:52 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Weihnachten | Therapie Panikattacken, Angststörung, Phobie</title>
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	<item>
		<title>Weihnachten mit Depressionen und Panikattacken</title>
		<link>https://seelenfrieden24.de/weihnachten-mit-depressionen-und-panikattacken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Borchers-Thier]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Dec 2020 09:12:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>(M)eine Weihnachtsgeschichte Teil 3: Wie habe ich Weihnachten damals mit meiner psychischen Erkrankungen erlebt? Wie sehr mich schon die Vorweihnachtszeit stresste, lest Ihr im ersten Teil meiner Weihnachtsgeschichte. Und wie schlimm sich vor allen Dingen meine Angststörung mit Panikattacken am Weihnachtsmorgen zeigte, lest Ihr im zweiten Teil meiner Weihnachtsgeschichte. Ich war also vom &#8222;Spaziergang&#8220; zurück [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>(M)eine Weihnachtsgeschichte Teil 3: Wie habe ich Weihnachten damals mit meiner psychischen Erkrankungen erlebt?</strong></p>
<p><span id="more-8781"></span></p>
<p>Wie sehr mich schon die Vorweihnachtszeit stresste, lest Ihr im<a href="https://seelenfrieden24.de/wie-ich-einst-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen-feierte-i-teil-1/" target="_blank" rel="noopener"> ersten Teil meiner Weihnachtsgeschichte</a>. Und wie schlimm sich vor allen Dingen meine Angststörung mit Panikattacken am Weihnachtsmorgen zeigte, lest Ihr im <a href="https://seelenfrieden24.de/erinnerung-mein-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen/" target="_blank" rel="noopener">zweiten Teil meiner Weihnachtsgeschichte</a>.</p>
<p>Ich war also vom &#8222;Spaziergang&#8220; zurück und es gab Kaffee und Kuchen. Kaffee und Tee trinke ich wegen des Koffeins bzw. Teeins nicht, was ja in den Augen eines Kaffeetrinkers völliger Blödsinn ist. &#8222;Also ich habe davon keinen hohen Puls.&#8220; Mit den Worten &#8222;Bitte gib mir einfach die Wasserflasche&#8220; ignorierte ich diese Diskussion. Mit dem Kuchen hatte ich auch so meine Probleme, denn auch der raffinierte Zucker triggert meine Unruhe. &#8222;Wenn Du eh nichts isst, muss ich das ja nicht machen.&#8220;</p>
<p>Mit diesem Druck konnte ich überhaupt nicht umgehen und emotionslos wie ich war antwortete ich: &#8222;Die Ironie ist ja, dass Du weißt, dass ich diese Dinge nicht esse / trinke und Du machst / besorgst sie trotzdem!&#8220;<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ja, ich ging früher voll auf Konfrontation, weil mir sachliche Gespräche zu anstrengend waren und mir generell alles gleichgültig war. Ich würgte mir ein Stück Kuchen rein und versuchte mich zu beherrschen, damit wir einen schönen Weihnachtsabend verbringen konnten.</p>
<h2>Weihnachten mit Depressionen und Panikattacken</h2>
<p>Meine Depressionen waren ein Ergebnis meiner Angst- und Panikstörung. Und so erfolgten diese Beschwerdebilder auch in den nächsten Stunden nacheinander. Der Lichterbogen wurde eingeschaltet, der Adventskranz angezündet und das Licht gedimmt. Reize, mit denen ich überhaupt nicht zurecht kam. Nach einer Stunde Smalltalk, auf den ich mich kaum konzentrieren konnte, weil das Gesicht der Person mir gegenüber in diesem Licht unwirklich vorkam, gabs dann Kartoffelsalat mit Würstchen.</p>
<p>Desto öfter mein Blick zwischen nah und fern wechselte (Person und Teller) desto schlimmer wurde dieses benommene, neblige Gefühl. Mein Atem wurde schneller, ich wackelte mit dem linken Bein unter dem Tisch, kniff mich in den Oberschenkel. Das Herz pochte mir bis in den Hals und mir wurde heiß. Ich hatte das Gefühl, und das weiß ich heute noch genau, als würde mein Kopf gleich einfach in den Teller Kartoffelsalat fallen. Als würde ich ohnmächtig werden und keine Kontrolle mehr über meinen Körper haben.</p>
<p>Die Unterhaltung wurde immer schwerer. Ich merkte, wie meine Stimme zittrig wurde und die andere Person immer mehr in meinem Nebel verschwand. Ich machte Übungen mit meinem Gesicht, in dem ich überprüfte, ob ich auch noch beide Mundwinkel hochziehen könnte, denn meine Wangen fühlten sich bereits taub an und ich es fühlte sich an, als würden mir meine Muskeln erschlaffen.</p>
<h2>Angststörungen und Panikattacken:<br />
Angst vor Kontrollverlust und Ohnmacht</h2>
<p>Ich flüchtete auf die Toilette und riss das Fenster auf. Draußen war es bereits dunkel. Auch Dunkelheit machte mir Angst, denn irgendwie bedeutete Dunkelheit für mich, dass das Leben still steht. Dunkelheit hatte für mich etwas von Hilflosigkeit und Alleinsein. Wenn es dunkel ist, haben die Ärzte geschlossen und in die Notaufnahme wollte ich nicht schon wieder. Jeden Tag war ich froh, wenn es endlich hell wird. Deshalb mochte ich die Sommermonate so.</p>
<p>Ich schnappte nach Luft, denn es fühlte sich schon wieder nach dem Ende meines Lebens an. Ich glaubte, dass mein Körper nicht mehr alleine einatmen konnte. Ein neues Symptom. Ich atmete unkontrolliert und ewig lang aus und dann war da eine Pause. Panisch atmete ich wieder ein, meine Beine begannen zu zittern und die Taubheitsgefühle wurden schlimmer. Heute weiß ich, dass ich hyperventilierte, heute und dank meiner<a href="http://www.seelenfrieden24.de/meine-angebote" target="_blank" rel="noopener"> 8-Wochen-Programme</a> weiß ich, dass ich mir den Teufelskreis selbst schnürte. Doch das konnte ich damals nicht sehen.</p>
<p>Ich legte mich auf den Boden und die Beine auf den Wannenrand. Mir wurde plötzlich kalt und ich bekam Schüttelfrost. &#8222;Bist Du eingeschlafen?&#8220;, fragte die Person durch die verschlossene Tür. &#8222;Ich komme sofort&#8220;, antwortete ich und meine Wut, diesen Tag auf diese Weise verbringen zu müssen, wurde immer stärker. Mein Zorn ging leider auch in Richtung der Person, mit der ich Weihnachten verbringen sollte, da sie mir diesen Tag ja &#8222;angetan&#8220; hat, was natürlich völliger Blödsinn war.</p>
<h2>Den Teufelskreis der Angst und Panik erkennen</h2>
<p>Ich lag also auf dem Boden und erinnerte mich: Immer, wenn das Kältegefühl kam, wurden die Symptome besser und ich betete, dass das auch in dieser Situation der Fall war. Normalerweise sollte sich die Angst mit dieser Erkenntnis neutralisieren, denn wenn man den Teufelskreis der Angst erkennt und versteht, dass sich die Dinge wiederholen und dabei &#8222;nicht wirklich&#8220; etwas passiert, sollte ein erstes Gefühl der Sicherheit eintreten. Dass funktioniert nur leider nicht so einfach, weil ohne klare Sicht (und die hat ein Betroffener nicht) der Körper und die Psyche nicht von dem Stresslevel herunterkommen. Denn die nächsten Herausforderungen, vor denen ich Angst hatte, standen ja schon bevor.</p>
<p>In meinem Fall die Bescherung. Wir überreichten uns die Kleinigkeiten. Die andere Person freute sich, was mich freute und ich, ich wurde wieder einmal zum Schauspieler. Ich versuchte zu lachen und mich ebenfalls zu freuen, doch es kam nicht von Herzen. Mein Herz war tot. Eingefroren. Kalt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Durch die Todesängste und den Zustand, dass ich nicht mal mehr meinen Alltag bewerkstelligen konnte, durch die Hilflosigkeit und den verlorenen Glauben an Besserung hatte ich so große Depressionen, dass kein Geschenk der Welt mich dieses hätte auch nur kurz vergessen lassen können, wie aussichtslos mein Leben ist. Meine Gedanken kreisten eher schon um die Frage, wie ich nach Hause kommen sollte.</p>
<h2>Psychische Erkrankungen bedeuten,<br />
das eigene Leben nicht mehr steuern zu können</h2>
<p>Ich schrieb einem Freund, der ebenfalls in der Stadt wohnt, aber mit mir auf dem Dorf, in dem es keinen Taxistand gab, aufwuchs. Die Chance war groß, dass er am Abend ebenfalls wieder zurück in die Stadt fahren würde. Dem war auch so, er wollte um 21 Uhr in Richtung Disco fahren und er erklärte sich bereit, mich mitzunehmen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Um 20.30 Uhr überkam mich dann das Gefühl der Reue und Unzufriedenheit. Ich erkannte, dass ich wieder einige Stunden, also kostbare Zeit, kaputt gemacht hatte. Ich hatte nichts davon, weil ich mich wie ferngesteuert fühlte und die andere Person hatte nichts davon, weil ich mich ihr gegenüber nicht fein verhalten konnte. Das war keine Absicht. Ich hatte einfach keine anderen Möglichkeiten. Mein Körper und meine Psyche stellten mir keine Alternativen. Ich musste selbst sehen, wie ich überlebte.</p>
<h2>Auf eine Panikattacke folgt dann die Depression und Erschöpfung</h2>
<p>Ich rutschte in eine depressive Phase ab, weil ich es, so wie ich es damals wahrnahm, wieder einmal versaute. In den letzten 30 Minuten versuchte ich also, die letzten vier Stunden wieder gut zu machen, überschüttete die Person gegenüber mit Liebe, Umarmungen und Tränen.</p>
<p>Sie war wohl nicht böse, riet mir wieder einmal zu einem Psychologen zu gehen. Ich hatte ja bereits einen Termin, der war aber erst im kommenden April 2012. Ich hatte keine Ahnung, wie ich die vier Monate bis dahin überstehen sollte und &#8211; was ja eigentlich klar war &#8211; wusste ich, dass so ein Termin ja auch nicht alles gut machen könnte.</p>
<p>Mein Kumpel holte mich ab. Das Haus zu verlassen war wie ein Befreiungsschlag. Ich bekam wieder Luft. Das Einsteigen in das Auto meines Kumpels war wie der nächste Käfig. In dieser Zeit machte ich Dinge, die ich nicht wollte, nur, weil sie besser als die Alternative waren. Es war schrecklich. Ich versuchte, durchs Leben zu kommen, bin teilweise in Abhängigkeiten und Momente gerutscht, die ich, als ich noch &#8222;ich&#8220; war, nie getan hätte, nur, um überleben zu können.</p>
<p>Mein Freund setzte mich zu Hause in meiner Wohnung ab und ich fiel müde ins Bett. Meine Energie reichte nicht einmal mehr, um mir die Kleidung auszuziehen. Ich war traurig. Traurig, weil ich seit Monaten keinen &#8222;normalen&#8220; Tag mehr erleben konnte. Traurig, weil meine Freunde von &#8222;damals&#8220; nun in der Disco feiern und ich diese Enge nicht mehr ertragen konnte.</p>
<p>Mein Freundeskreis wurde immer kleiner. Nicht, weil sie mich gleich aufgegeben hatten, sondern weil ich ihnen keine Antworten geben konnte. Meine einzige wirkliche Freundin, die mir Halt gab, war gerade nach Berlin gezogen und ich hoffte an diesem Abend einfach nur noch, dass der nächste Morgen schnell kommen und es wieder hell werden würde.</p>
<p>Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag ging das dann so weiter, denn an Feiertagen hatten keine Ärzte auf und ich fühlte mich völlig unsicher, weshalb ich den ganzen Tag Symptome spürte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich machte mich von Öffnungszeiten, einem Blutdruckgerät und Pseudofreunden abhängig und konnte absolut nicht sehen, dass der richtige Ansatz, um aus dieser Misere wieder herauszukommen, ganz wo anders lag, nämlich bei mir und meiner Vergangenheit.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Erinnerung: Mein Weihnachten mit psychischen Erkrankungen</title>
		<link>https://seelenfrieden24.de/erinnerung-mein-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Borchers-Thier]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2020 16:37:24 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>(M)eine Weihnachtsgeschichte Teil 2: Wie habe ich Weihnachten damals mit meiner psychischen Erkrankungen erlebt? Angst vorm Autofahren: An Weihnachten macht die Angst keine Pause Wie sehr mich schon die Vorweihnachtszeit stresste, lest Ihr im ersten Teil meiner Weihnachtsgeschichte. Ich entschied mich also, ein Taxi aus der Stadt (meiner Wohnung) hinaus aufs Dorf (mein Elternhaus) zu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>(M)eine Weihnachtsgeschichte Teil 2: Wie habe ich Weihnachten damals mit meiner psychischen Erkrankungen erlebt?</strong></p>
<p><span id="more-8772"></span></p>
<h2>Angst vorm Autofahren:<br />
An Weihnachten macht die Angst keine Pause</h2>
<p>Wie sehr mich schon die Vorweihnachtszeit stresste, lest Ihr im<a href="https://seelenfrieden24.de/wie-ich-einst-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen-feierte-i-teil-1/" target="_blank" rel="noopener"> ersten Teil meiner Weihnachtsgeschichte</a>. Ich entschied mich also, ein Taxi aus der Stadt (meiner Wohnung) hinaus aufs Dorf (mein Elternhaus) zu nehmen, da ich keine Möglichkeit sah, diese 15 km selbst mit meinem Auto zurück zu legen.</p>
<p>Die Erwartungsangst vor erneuten Panikattacken war zu groß &#8211; oder &#8211; anders gesagt, hatte ich ja den ganzen Tag über Symptome wie Schwindel und Benommenheit sowie Herzrasen und Atembeschwerden und es kam für mich gar nicht in Frage, mit diesen Beschwerden überhaupt ins Auto einzusteigen.</p>
<p>Wie ich dann am Abend wieder zurück in die Stadt kommen sollte, wusste ich noch nicht. Von dem Taxi zu erzählen, war keine Option, denn gerade an diesem Weihnachts-Tag, der mir alles an Kraft abverlangte, hatte ich keine Nerven für ein „gute-Ratschläge-Gespräch“ ohne hilfreichen, unterstützenden Inhalt.</p>
<p>Doch auch mit dem Gedanken an das Taxi war mir nicht wohl. Was, wenn mir schlecht wird oder ich diese Wahrnehmungsstörungen habe? Wenn plötzlich Körperteile taub werden und kribbeln und mein Herz zu rasen beginnt? Ich würde peinlich auffallen, Gesprächsthema unter den Taxifahrern werden.</p>
<p>Ich zog mir eine schwarze Hose und eine Bluse an und ging ins Badezimmer. Ich machte mich notdürftig fertig. Der Boden bewegte sich und obwohl ich es mir vornahm, schaffte ich es nicht, mich zu schminken. Die innere Unruhe war so groß, ich fühlte mich zittrig und mehr als ein Zopf war nicht drin.</p>
<h2>Angst vor dem Kontrollverlust:<br />
Sie verfolgt Betroffene zu jeder Zeit</h2>
<p>Als ich nochmal in den Spiegel blickte, war meine Wahrnehmung neblig. Da war er wieder der Moment, in dem ich glaubte, jeden Moment umzukippen. Niemand würde mich finden, ich würde keine Hilfe bekommen. Ich machte meine Wohnungstür einen Spalt auf.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Einen Sinn gab es dabei nicht wirklich, denn ich hatte keinen Notfallkontakt im Haus. Und einem Freund oder einer Freundin wollte ich jetzt auch nicht schreiben, schließlich war es schon nach 13 Uhr am heiligen Abend. Mit der offenen Tür fühlte ich mich aber wohler, denn die Person, die auf mich wartete, würde mich spätestens ab 15.30 Uhr kontaktieren und, würde ich mich nicht melden, suchen.</p>
<p>Nun stand mir der nächste große Schritt bevor: Die Wohnung verlassen, einmal quer über den Marktplatz gehen und a Taxistand in ein Taxi steigen. „Hoffentlich ist auch gerade ein Taxi da, nicht dass ich da warten muss!“, schoss es mir durch den Kopf. Denn warten und still stehen konnte ich gar nicht. Ich tippelte dann immer von einem Fuß auf den anderen und die Fugen der Gehwegplatten wurden zu einer Masse.</p>
<p>Schon im Treppenhaus fühlte sich das Geländer, an dem ich mich mit der linken Hand festhielt, irgendwie weich an oder, anders ausgedrückt, meine Hand fühlte sich an wie Gummi, ich fühlte das Geländer nicht. Sofort atmete ich panisch und schneller und ich setzte mich auf eine Stufe, um noch mal rasch den Blutdruck zu kontrollieren.</p>
<p>Meine Lieblingsaufgabe seit einigen Monaten, die zu einer Zwangsstörung wurde. Wie immer, ein perfekter Wert &#8211; ich verließ das Haus und rannte quasi über den Marktplatz. In einem normalen, entspannten Tempo konnte ich schon lange nicht mehr gehen. Wenn ich mein Körper nicht auf Touren brachte, dann fühlte es sich an, als hätte ich keine Kontrolle mehr über ihn gehabt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es war kalt, meine Augen tränten ein bisschen und schon war das Kopfsteinpflaster verschwommen. Schreckhaft schaute ich hoch und auch die rote Aufschrift „Malteser-Apotheke“ konnte ich nicht mehr erkennen. Mein Herz pochte, mir wurde heiß. Glücklicherweise konnte ich bereits ein Taxi stehen sehen.</p>
<h2>Der Teufelskreis der Angst ist allgegenwärtig</h2>
<p>In dem Moment war das Taxi wie ein Ufer für mich, als sei ich zuvor im offenen Meer rumgeirrt, obwohl ich andererseits ja auch vor dem Taxi Angst hatte. Ich riss die hintere Tür auf, schmiss meine Tasche hinein, zog meine Jacke aus und stieg ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nachdem ich dem Fahrer mein Ziel mitteilte, steckte ich mir Kopfhörer in die Ohren. Nicht weil ich Musik hören wollte, denn ich diesen Panikphasen hat mich selbst Musik nervös gemacht. Sie war mir zu laut. Nein, ich wollte so vermeiden, dass mich der Fahrer anspricht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich zog den Kragen meiner Bluse weg vom Hals, weil ich ein Kloßgefühl im Hals bekam und deshalb die Luft knapp wurde. Dabei lag der Kragen der Bluse gar nicht eng am Hals an und doch zog ich ihn so weit es ging nach vorne. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand versuchte ich dann meinen Puls am linken Arm zu messen, natürlich konnte ich mein Blutdruckgerät ja nicht einfach auspacken.</p>
<p>Mindestens 120, das war klar. Ich konzentrierte mich auf meine Oberschenkel, fixierte einen Punkt und unten an der Straße meines Elternhauses stieg ich aus, damit man das Taxi aus dem Fenster auch nicht sehen konnte.</p>
<p>Die restlichen Meter wackelte ich mit weichen, zittrigen Beinen „nach Hause“, mit dem Wissen, dass ich dort, was das Hilferufen angeht, erstmal in Sicherheit bin.</p>
<p>Heute weiß ich, dass ich Sicherheiten an einer Stelle suche, an der ich alle Sicherheiten einst verloren hatte. Kein Wunder, dass das Gefühl dieser Sicherheit dort nie in mir aufkam. Aber das verstehe ich erst seit meinem <a href="http://www.seelenfrieden24.de/meine-angebote" target="_blank" rel="noopener">Therapie-Programm</a>.</p>
<h2>Die kleinsten Aufgaben sind bei Angststörungen<br />
und Panikattacken eine unüberwindbare Herausforderung</h2>
<p>Die Person, die ich besuchte, war gerade selbst erst heim gekommen und drückte mir den Hund in die Hand mit der Bitte, ihn noch auszuführen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Was sagst Du da? Meine Kraft war zu diesem Zeitpunkt bereits erschöpft. Ich wollte mich setzen, mich zurück ziehen. Aber es würde niemand verstehen. Was hatte ich an dem Tag schon gemacht, um mich ausruhen zu müssen? Außerdem kann man einer kleinen Bitte ja nachkommen.</p>
<p>Aus eigentlich gutem Willen nahm man mir meine Tasche ab, die ich ja nicht hätte mit rumtragen müssen. Ich merkte, dass ich die Diskussion nicht gewinnen würde, nahm die Leine und den Hund und als ich mich umdrehte, um den Hof zu verlassen, kamen mir die Tränen. Mein Blutdruckgerät war jetzt nicht bei mir. Ein Gerät, von dem ich mich und meinen Zustand abhängig machte.</p>
<h2>Wenn die Angst lähmt&#8230; ein Teufelskreis</h2>
<p>Es war witzig. Selbst wenn es mir gut ging, der Blutdruck aber nicht so war, wie ich ihn wollte, entschied ist, dass es mir schlecht ging, obwohl es mir gut ging. Dann kamen die Symptome, weil der Blutdruck ja „schlecht“ war (ich hatte nie einen wirklich schlechten Blutdruck, nur in meiner Wahrnehmung) und dann wurden die Werte immer besorgniserregender.</p>
<p>Aber zurück zum Spaziergang. So sehr ich auch Angst vor der Stadt hatte (Menschenmengen…) so viel Angst hatte ich auch auf dem Feldweg (Weite, Alleinsein…).</p>
<p>Beim letzten Haus, bevor es aufs Feld hinaus ging, machte ich Halt. Denn wenn etwas sein würde, könnte ich da ja noch schnell klingeln. Ich zündete mir eine Zigarette an und verweilte mit dem Hund etwa 20 Minuten.</p>
<p>Ich weiß noch, wie ich zu dem Hund, mit dem ich auch groß wurde und den ich liebte, weinend und streichelnd gesprochen habe, als er immer wieder versuchte, weiter zu gehen. „Carmen, es tut mir so leid, aber ich kann das gerade nicht. Ich bin furchtbar krank geworden und das, was uns einmal Spaß gemacht hat, macht mir jetzt große Angst. Es lähmt mich. Es macht mich unfähig zu leben. Bitte verzeih mir das.“</p>
<p>Nach etwa 20 Minuten bin ich schnell zurück ins Haus, wo nun ein toller Weihnachtsabend verbracht werden sollte.</p>
<p>Weiter gehts in <a href="https://seelenfrieden24.de/weihnachten-mit-depressionen-und-panikattacken/" target="_blank" rel="noopener">Teil 3</a>. Folgt mir auch auf <a href="http://www.instagram.com/seelenfrieden24" target="_blank" rel="noopener">Instagram</a>.</p><p>The post <a href="https://seelenfrieden24.de/erinnerung-mein-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen/">Erinnerung: Mein Weihnachten mit psychischen Erkrankungen</a> first appeared on <a href="https://seelenfrieden24.de">Therapie Panikattacken, Angststörung, Phobie</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ich einst Weihnachten mit psychischen Erkrankungen &#8222;feierte&#8220;</title>
		<link>https://seelenfrieden24.de/wie-ich-einst-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen-feierte-i-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claudia Borchers-Thier]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Dec 2020 17:29:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Über mich]]></category>
		<category><![CDATA[Angststörungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Zwänge]]></category>
		<category><![CDATA[Zwangsstörungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>(M)eine Weihnachtsgeschichte Teil 1: Wie habe ich Weihnachten damals mit meiner psychischen Erkrankungen erlebt? Ich erinnere mich sehr gut daran...</p>
<p>The post <a href="https://seelenfrieden24.de/wie-ich-einst-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen-feierte-i-teil-1/">Wie ich einst Weihnachten mit psychischen Erkrankungen „feierte“</a> first appeared on <a href="https://seelenfrieden24.de">Therapie Panikattacken, Angststörung, Phobie</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>(M)eine Weihnachtsgeschichte Teil 1: Wie habe ich Weihnachten damals mit meiner psychischen Erkrankungen erlebt?</strong></p>
<p><strong>Ich erinnere mich sehr gut daran. In 2011 breitete sich meine psychische Erkrankung aus. Zuerst mit einer Angststörung, auf die ich täglich oder gar stündlich mit Panikattacken reagierte. Mit der Zeit folgten Zwänge und &#8211; wenn an dieser Stelle der Tiefpunkt noch nicht erreicht war, dann war er es spätestens, als ich in dann auch noch in eine schwere Depression rutschte.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p><strong>Gibt es auch viele Situationen, die ich rückblickend als Tiefpunkt meiner psychischen Erkrankung definieren würde, so war Weihnachten 2011 auf jeden Fall einer davon.</strong></p>
<p><span id="more-8760"></span></p>
<h2>Weihnachten ist Stress pur,<br />
leidet eine Person unter psychischen Erkrankungen</h2>
<p>Schon der Monatswechsel von November auf Dezember machte mich unruhig, denn Weihnachten rückte immer näher und ich hatte mir noch keine Gedanken um ein Geschenk für eine bestimmte, andere Person gemacht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Diese völlig unbedeutende Tradition des Schenkens übte regelrecht Druck auf mich aus, ich wurde zu Dingen gezwungen, zu denen ich nicht in der Lage war. In keinem Universum hätte ich mit meinem Auto in die Stadt fahren, in ein Kaufhaus gehen und ein Weihnachtsgeschenk kaufen können.</p>
<p>Ich hatte wirklich genug andere Sorgen. Ich hatte Angst schlafen zu gehen und ich hatte Angst wach zu sein. Mir war den ganzen Tag schwindelig, ich fühlte mich benommen, mein Herz raste, die Brust schmerzte, die Luft wurde knapp und ich fürchtete jeden Moment umzukippen. Rief ich am Tag nicht den Notarzt, dann spätestens in der Nacht, weil ich mit Atemnot und schnellem Puls aufwachte, einen Herzinfarkt kommen sah und Todesängste durchlebte. Und das alles in meiner vermeintlich sicheren Wohnung. Draußen waren die Panikattacken noch schlimmer. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Weihnachten mit Angststörungen und Panikattacken,<br />
Burnout und Depressionen sowie Zwangsstörungen</h2>
<p>Aber zurück zum Weihnachtsgeschenk bzw. meiner Unfähigkeit, eines kaufen zu können. Natürlich war ich in erster Linie sauer auf mich selbst oder auf diese Erkrankung, denn damals war ich machtlos, ich fand trotz größter Anstrengung und vieler Versuche keine Hilfe und so gab ich auf, zog mich zurück, überwachte meinen Blutdruck und meinen Puls und versuchte, die Tage und die Nächte zu überstehen.</p>
<p>Vielleicht war ich aber auch sauer auf diesen einen Mensch, den ich beschenken &#8222;sollte&#8220;, weil sie mich von der Last des Schenkens nicht befreite. Aber sie verstand meine damaligen, alltäglichen, unüberwindbaren Herausforderungen einfach nicht.</p>
<p>Sie wurde deshalb auf emotionaler Ebene zu meinem Feind. Vor ihr musste ich eine Rolle spielen, meinen Zustand und meine Probleme weg lächeln und eine Stärke zeigen, die ich nicht hatte.</p>
<p>Es war alternativlos. Trotz mehrmaliger, verzweifelter Versuche bekam ich von ihr nicht die mentale Unterstützung und Sicherheit die ich brauchte, denn sie konnte meine Worte einfach nicht verstehen und der Ratschlag, einen Therapeuten aufzusuchen, brachte mich definitiv nicht weiter. Schließlich wusste ich nicht, wie ich die nächsten fünf Minuten aushalten sollte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auf der anderen Seite musste ich mich zusammen reißen, denn ich konnte der Person, die Weihnachten auf mich wartete nicht noch mehr Kummer machen, denn es war das erste Weihnachten ohne ein besonderes Familienmitglied.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Oder anders: Es war das erste Weihnachten ohne das Familienmitglied, an dem wir es auch nicht anrufen konnten. Viele Weihnachten zuvor war die Person zwar körperlich nicht da, wir konnten sie aber in der Klinik anrufen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Heute weiß ich natürlich, dass die Person, die meinen Besuch erwartete, keine Schuld trifft. Man darf andere Menschen nicht in die Pflicht nehmen, fehlende Sicherheiten zu kompensieren. Man findet seine Sicherheiten nicht bei anderen Menschen, man macht sich lediglich von ihnen abhängig.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h2>Weihnachten triggert das Trauma psychischer Erkrankungen</h2>
<p>Sicherheiten, die man im Rahmen eines Traumas verloren hat, kann man nur selbst wiederfinden und zwar indem man erkennt, an welcher Stelle genau man seine Sicherheit einst verloren hat. Damals konnte ich das nicht sehen.</p>
<p>Ich bin sicher, dass es vielen Menschen da draußen so geht, deshalb könnt Ihr Euch jederzeit bei mir melden, denn mein Therapie-Konzept und meine <a href="http://www.seelenfrieden24.de/meine-angebote" target="_blank" rel="noopener">Therapie-Programme</a> führen genau an diesen ausschlaggebenden Punkt, weshalb Angststörungen und Panikattacken, Burnout und Depressionen sowie Zwangsstörungen dann neutralisiert werden können.</p>
<h2>Erwartungsangst: Wenn Weihnachten zu einer Herausforderung wird</h2>
<p>Das Geschenk jedenfalls habe ich dann online bestellt und so langsam rückte der heilige Abend näher. Ich fühlte mich völlig überfordert, viele Gedanken schwirrten mir durch den Kopf.</p>
<p>-Wie genau soll ich eigentlich die 15 Kilometer zu meinem Elternhaus fahren? Hatte ich auf der einen Seite auch das Gefühl in Gesellschaft „sicherer“ zu sein, weil in Gesellschaft jemand einen Arzt rufen könnte, sollte ich einen Herzinfarkt erleiden, so stellte diese Entfernung eine unfassbare Weite dar.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich bekam meine erste und dritte Panikattacke im Auto, weshalb ich gar kein Auto mehr fuhr und Busse fuhren an hl. Abend in dieser kleinen Stadt nur bis 13 Uhr. Ich sollte mich aber erst auf ca. 16 Uhr einfinden. Allein in diesem Haus voller (schlechter) Erinnerungen wollte ich auch nicht sein.</p>
<p>-Welche Garderobe wird eigentlich von mir in der ‚heilen’ Welt, in der man lacht und strahlt erwartet? In den letzten Monaten vernachlässigte ich mich so sehr, selbst zum Duschen konnte ich mich nur schwer aufraffen und ich konnte mir gar nicht vorstellen, etwas Hübsches aus dem Kleiderschrank herauszusuchen, weil mein leerer Körper und mein blasses, emotionsloses Gesicht gar nicht mehr dazu passte. Make Up hatte ich mir schon ewig nicht mehr nachgekauft.</p>
<p>-Wie soll ich die Benommenheit überspielen, die im gedimmten Licht oder gar bei Kerzenschein unaushaltsam werden wird? Wie soll ich mich verhalten, wenn ich gern alle Fenster aufreissen und nach Luft schnappen würde?</p>
<p>-Was, wenn der Puls anfängt zu rasen? Der Druck auf der Brust stärker wird und ich mich auf keine Gespräche mehr konzentrieren kann und mir jegliche Reize zu viel werden?</p>
<p>Etwa eine Woche vor dem Fest wurden diese Gedanken immer schlimmer und somit auch die täglichen Panikreaktionen. Denn mit meinem Grübeln setzte ich meinen Körper und meine Psyche so sehr unter Stress, dass mein Organismus eine direkte Antwort gab. Ich dachte daran, alles hinzuwerfen und blau zu machen.</p>
<p>Doch dafür habe ich zu viel Respekt und vor allen Dingen sah ich mich in der Pflicht, ein schönes Weihnachten zu bereiten, damit eine andere Person diesen Tag nicht allein und traurig verbringen muss.</p>
<p>Weiter gehts in <a href="https://seelenfrieden24.de/erinnerung-mein-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen/" target="_blank" rel="noopener">Teil 2</a>. Folge mir auch auf <a href="http://www.instagram.com/seelenfrieden24" target="_blank" rel="noopener">Instagram</a>.</p><p>The post <a href="https://seelenfrieden24.de/wie-ich-einst-weihnachten-mit-psychischen-erkrankungen-feierte-i-teil-1/">Wie ich einst Weihnachten mit psychischen Erkrankungen „feierte“</a> first appeared on <a href="https://seelenfrieden24.de">Therapie Panikattacken, Angststörung, Phobie</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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