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Seelenfrieden24 Hilfe bei Störungen, Ängsten, Panikattacken und Zwängen

Früher vs. Heute: Der Besuch im Restaurant

28. Sep 2020 | Über mich

Wundervolle Feedbacks, die Klienten zu meinen Therapie-Programmen und zu meinen individuellen Beratungen aussprechen, belegen die Wirksamkeit meiner Online-Therapie, um Angststörungen und Panikattacken, Burnout und Depressionen oder Zwangsstörungen besiegen zu können. Das Geheimnis an meinem Beratungserfolg liegt nicht zuletzt in meiner Selbsterfahrung, denn nicht mein Fachwissen, sondern vor allen Dingen macht mein eigener Heilungsweg zur psychischen Gesundheit den Experten in mir aus. Nur durch meine eigenen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen habe ich die Fähigkeit entwickelt, gute von schlechten Ratschlägen unterscheiden zu können.

Besonders interessiert sind meine Klienten an meinen „Früher vs. Heute“ Erzählungen. Geschichten, in denen ich von meinen damaligen Symptomen, Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen berichte und gegenüberstelle, wie ich heute mit diesen Situationen umgehen kann.

Früher vs. Heute: Der Besuch im Restaurant

Gestern Abend war ich nach Feierabend mit Freunden essen.

Also zuerst einmal hätte ich mich während des Teufelskreises mit der Angststörung, den Panikattacken, Zwängen und Depressionen gar nicht zu diesem Essen verabredet. Die psychische Erkrankung machte es mir unmöglich.

Die Depressionen blockierten mein Interesse an Zwischenmenschlichkeit sowie auch meine Energie, mich überhaupt anzuziehen. Weiter war da so viel Teilnahmslosigkeit und Freudlosigkeit – und mal ehrlich – ich hatte auch keinerlei Möglichkeit, mich auf Gespräche mit anderen Personen einzulassen. Auf der einen Seite, weil mich die Geschichten vergleichbar sorgloser Menschen nicht interessierten und noch weiter runterzogen, auf der anderen Seite, weil es meine Kraft nicht zugelassen hatte, ein Lächeln aufzusetzen und nicht zu vergessen, weil ich mich gar nicht auf andere Menschen konzentrieren konnte, da ich ausschließlich auf meinen eigenen Körper und etwaige Symptome achtete.

Die Angststörung mit Panikattacken machte mir den Besuch im Restaurant ebenfalls unmöglich, denn mal abgesehen von der Abgeschlagenheit und der Unfähigkeit zu interagieren war da die Angst vor der Angst. Die wahrscheinlich schlimmste Komponente in dem Teufelskreis der Angst und Panik, aus der Vermeidungsverhalten resultierte, was man an diesem Beispiel sieht.

Erwartungsangst: „Was ist, wenn ich Schwindel und Benommenheit fühle? Wenn mein Herz rast und sich der Körper wie taub anfühlt? Was, wenn ich wieder diese Leere im Kopf habe und glaube, die Kontrolle zu verlieren? Wenn sich das Gefühl breit macht, ohnmächtig zu werden und alle sehen mich dann an? Was, wenn der Atem schwer wird, sich der Boden bewegt und ich nicht mehr richtig sehen kann? Wenn ich die Stimmen der sprechenden Personen nicht mehr unterscheiden kann und meine gesamte Umwelt zu einer verschwommenen Masse wird?

Die Zwangsstörung verhinderte dann schlussendlich das Essen im Restaurant, denn wenn oben genannte Symptome eintreten würden, könnte ich mich ja unmöglich da mit einem am Arm schon „festgewachsenen“ Blutdruckgerät an den Tisch setzen und im 30-Sekunden-Rhythmus meine Werte überprüfen, noch könnte ich stundenlang meinen Sauerstoffanteil im Blut und meine Herzfrequenz überwachen.

Angst- und Panikstörung: Mein frühes Ich: 

Und – denke ich an früher, wäre genau das alles auch passiert, denn:

Das Licht in dem Lokal war nahezu aus, die einzigen Lichtquellen waren stylische Lampen, die aber nur ein zaghaftes, schwummriges, warmes, gelb-orangenes Licht von sich gegeben haben. Da war er, der Trigger. Diese künstliche Wahrnehmung hätte meinen Teufelskreis in Sachen Symptome früher ausgelöst und meine damaligen Denkprozesse hätten dann die Panikattacke mit Todesangst perfekt gemacht.

Gestern nahm ich meinen früheren Trigger wahr, ich war einmal mehr stolz, dass mir dieser Trigger nichts mehr anhaben kann und dass durch die Anleitung meiner Therapie-Programme keine Symptome und damit auch keine Denkspirale mehr ausgelöst wird. Ich war stolz, dass ich mich mittlerweile auf die im dunklen Licht schlecht leserliche Speisekarte und auf die Gespräche mit meinen Freunden konzentrieren konnte.

Dennoch schaute ich umher und fragte mich, wie all die lächelnden, vermeintlich sorglosen Menschen um mich herum diese komische Wahrnehmung gar nie empfinden oder empfunden haben. Dass sie gar nicht verstehen würden, was ich mit „komischer Wahrnehmung“ meine, obwohl ja die Sicht auf die kleinen Buchstaben der Speisekarte durchaus „komisch“ war und das anschließende Hochschauen, wenn sich die Pupillen umstellen, ebenfalls „komisch“ war. 

Es handelt sich hier nicht um eine Einbildung, sondern ist diese „komische Wahrnehmung“ auf das unvorteilhafte Licht zurückzuführen und für jeden Menschen gleich. Aber Menschen, die nie etwas von Angststörungen und Panikattacken gehört haben, triggert es eben nicht und sie können sich nicht ausrechnen, was dieses auf den ersten Blick stylische Licht anrichten bzw. anstoßen kann. Zum Glück. Denn man wünscht niemandem diese Gefühle. Heißt aber auch, dass „uns“ niemand wirklich versteht.

Aus dem Grund auch mein Satz: Es ist nicht mein Fachwissen, sondern meine Selbsterfahrung, die den Experten in mir und meinen 8-Wochen-Programmen ausmacht.

Ganz schlimm wäre es auch auf dem Weg zur Toilette gekommen. Nachdem ich früher eine längere Zeit an dem Tisch und in dem ätzenden Licht gesessen hätte, hätte ich Reize nicht mehr filtern können und es wäre zu einer Benommenheit gekommen. Wäre ich aufgestanden, so hätte ich eine Gangunsicherheit und Schwindel gehabt, ebenso Sehstörungen. Die Toilette war im Untergeschoss und über Treppen zu erreichen, deren Belag silber glitzerte. Die Glitzer-Elemente sprangen auf den Stufen, auf die man beim Laufen schaut, förmlich umher, da im Treppenhaus zudem dann der volle Gegensatz zum warmen Licht war, nämlich eine helle, kalte LED Beleuchtung.

Eine hektische Atmung hätte eingesetzt, was das Schwindelgefühl verstärkt hätte und Luftnot sowie Brustenge ausgelöst hätte. Ich hätte schwarze Punkte gesehen und mich nicht mal mehr getraut, die Tür der Toiletten-Box abzuschließen, für den Fall, dass ich darin ohnmächtig werde. Irgendwie hätte ich es zurück zum Tisch geschafft, Lähmungserscheinungen und Todesängste wären hinzugekommen.

Ich hätte mir aus Anstand maximal eine kleine, schnell zu verzehrende Vorspeise bestellt, um dann ebenso schnell flüchten zu können. Mit dem Gefühl, keine Kontrolle über Messer und Gabel zu haben, durch Taubheitsgefühle in den Armen und mit dem Gefühl, dass im Falle einer Ohnmacht mein Kopf einfach ins Essen fällt.

Panik und Angstzustände: Mein heutiges Ich:

Gestern, ja gestern aber habe ich einfach eine Vorspeise und ein Hauptmenü gegessen, von den letzten Wochen meines Lebens erzählt und ich habe meine Freunde zu den letzten Wochen ihres Lebens interviewt, dann sind wir ein Eis essen gegangen in der Stadt und dann haben wir uns am Auto verabschiedet.

Niemals wäre ich damals im Rahmen meiner Angststörung mit Panikattacken, Depressionen und Zwängen noch Auto gefahren. Meine Beziehung zum Autofahren mal an einer anderen Stelle. Früher wäre ich zu diesem Zeitpunkt, an dem meine Freunde ihr Eis bestellten schon am EKG in der Notaufnahme gesessen.

Mein Heilungsweg ist als Anleitung in meinen Therapie bzw. 8-Wochen-Programmen zu finden. Schaut Euch auch meine Feedbacks an und folgt mir gerne auf Instagram.